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Nicht verpassen – unsere Insidertipps Februar bis Juni

Der Vorverkauf für den zweiten Teil der Saison 2021/22 geht los! Wir haben Mitarbeiter*innen und Musiker*innen um Insidertipps gebeten, auf die Sie sich von Februar bis Juni besonders freuen können.

Geigerin Avigail Bushakevitz freut sich schon „riesig“, dass vom 11. bis 13. Februar die „Rosenkavalier“-Suite von Richard Strauss ansteht: „Ich liebe diese Oper so sehr und habe sie noch nie gespielt. Im Februar ist außerdem Ton Koopman zu Gast, der Spezialist für historische Aufführungspraxis ist. Deshalb bin ich auf Bach und Mozart mit ihm sehr gespannt.“

Zu Avigails Insidertipps zählt auch Georg Bendas Einakter „Medea“ mit Iván Fischer, bei dem sie auf jeden Fall im Publikum sitzen wird, falls sie nicht besetzt ist. „Und natürlich Schuberts „Unvollendete“ am Karfreitag. Dafür haben mein Mann – er ist bei uns Bratscher – und ich sogar unseren gemeinsamen Monat Elternzeit und den Besuch bei meiner Familie in Südafrika verschoben. Er hat dieses wunderbare Stück nämlich bisher immer verpasst!“

Insidertipps aus der Chefetage

Intendant Sebastian Nordmann ist gespannt auf Besuch aus Russland, denn die St. Petersburger Philharmoniker musizieren am 14. März das erste Konzert unserer zweiwöchigen Schostakowitsch-Hommage.

„In St. Petersburg – damals Leningrad – hat auch unserer ehemaliger Chefdirigent Kurt Sanderling gewirkt. Seine Verbindung zum Komponisten haben das Berliner Sinfonie Orchester und spätere Konzerthausorchester deutlich geprägt. Außerdem ist Schostakowitsch einer meiner absoluten Lieblingskomponisten. Zum Auftakt bringen die Petersburger seine Fünfte mit.“

Ganz sicher lohnenswert sind für Sebastian Nordmann die Konzerte unserer Artists in Residence Lucas & Arthur Jussen, etwa ihr Klavierduo-Rezital am 27. April oder ihr Konzert „Piano-Percussion“ gemeinsam mit zwei Schlagzeugern am 19. Mai: „Ihre enorme Spielfreude und Bühnenpräsens machen die Konzerte der Jussen-Brüder diese Saison zu Höhepunkten – das Publikum ist begeistert von ihnen und ich bin es genauso.“ Chefdirigent Christoph Eschenbach mit spätem Mozart am 28. und 29. Mai gehört ebenfalls zu Sebastian Nordmanns Insidertipps: „Nikolaus Harnoncourt hat einmal zu mir gesagt, man müsse die drei letzten Mozart-Sinfonien zusammen und ohne Pause spielen. Nun leitet Christoph Eschenbach das Konzerthausorchester mit eben diesem Programm. Deshalb bin sehr gespannt auf seine musikalische Deutung!“

Insidertipp Jazz mit Schostakowitsch

Dramaturgin Pia Holzer empfiehlt die Schostakowitsch-Hommage im März. Ihr besonderer Tipp heißt Jazzrausch und ist angesiedelt zwischen Bigband und Electro. „Normalerweise wird bei diesem Geheimtipp aus Süddeutschland wild getanzt. Das geht ja zur Zeit leider nicht. Stattdessen hat Jazzrausch extra für uns etwas komponiert – „Schostakowitsch’s Breakdown“ mit Anleihen aus seinen Streichquartetten, Sinfonien und Kammermusikwerken. Weil das am 20. März nochmal eine andere Farbe in die Hommage bringt, ist es für mich ein absolute Empfehlung.“

Ein wunderbarer Zufall

Solo-Cellist Friedemann Ludwig legt allen Bach-Begeisterten ein Kammerkonzert am 27. Mai ans Herz. Im Zentrum steht Bachs „Kunst der Fuge. Für ihre Aufführung des großen Werks haben Musiker*innen des Konzerthausorchesters gemeinsam ein dramaturgisches Konzept entwickelt, denn der Komponist hat weder dies noch die Besetzung vorgegeben. Wann also sind die Streicher dran, wann die Bläser, in welchen Kombinationen? Eine herrliche Aufgabe, findet Friedemann.

Der Cellist spielt täglich Bach. „Von den Fugen lässt man im Konzert ja gern die Finger und spielt lieber eine der tänzerischen Suiten. Aber es gibt soviel zu entdecken: Alte Kompositionstechniken, die ganze Kunst des Figurierens…“ Die „Kunst der Fuge“ in ihrer Schönheit hat sich dem Ensemble aus Streichquartett, Oboeninstrumenten und Fagott durch „Geduld, Demut und intensives Studium“ erschlossen. „Das Ergebnis möchten wir nun unbedingt mit unserem Publikum teilen. Es ist ein wunderbarer Zufall, dass wir uns gerade in dieser Zeit mit dem Werk beschäftigen, denn eine Fuge in ihrer strengen kunstvollen Anlage gibt emotionale Entlastung – Halt, Orientierung und innere Ruhe.“

Zu allen unseren Konzerten von Februar bis Juni 2022 geht es hier.

Text: Annette Zerpner

Fotos: Marco Borggreve (Titel; Porträt Jussens); Pablo Castagnola (Porträt Nordmann); Tobias Kruse/Ostkreuz (Porträts Bushakevitz, Holzer, Ludwig)