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Düdeldüüüüü, düdeldüdeldü-dü! – Orgel-Fakt Nr. 8

Es gibt Orgel-Nerds, die bei dieser Überschrift sofort wissen, was gemeint ist: Nämlich das berühmteste Orgelwerk überhaupt! Für alle anderen werden wir hier ein bisschen ausführlicher – in der 8. Folge zum Instrument des Jahres.


Hier haben wir für Euch den Orgel-Fakt Nr. 8 oder die Antwort auf die Frage:

Wer schrieb das bekannteste Stück für Orgel?

Das bekannteste Orgelwerk der gesamten Literatur ist natürlich Toccata und Fuge d-Moll BWV 565 von Johann Sebastian Bach. Ungeachtet aller durchaus begründeten Zweifel an seiner Authentizität ist es immer noch unheimlich beliebt. Und das ist auch gut so.

Dann folgen mit gewissem Abstand folgen berühmte Toccaten aus der französischen Orgelsinfonik des späten 19. Jahrhunderts. Dazu gehören die Toccata aus der „Suite Gothique“ von Léon Boëllmann (1862-1897) oder die Toccata F-Dur aus der 5. Orgelsinfonie von Charles-Marie Widor (1844-1937). Louis Vierne (1870-1937) war von 1900 bis zu seinem Tod Titularorganist der Kathedrale Notre-Dame de Paris. Das Finale seiner 1. Orgelsinfonie oder das Fantasiestück „Carillon de Westminster“ gehören ebenfalls in diesen erlauchten Kreis. 

Ein Orgelwerk ist nicht immer ein Orgelwerk

Einen hohen Stellenwert nehmen außerdem Bearbeitungen von Werken für andere Besetzungen ein. Hier führt Bach ebenfalls mit großem Vorsprung. Seine bekannte Choralbearbeitung „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ BWV 645 ist eigentlich eine Kantatenarie. Er selbst publizierte die Transkription für Orgel. Auch „Jesus bleibet meine Freude“ ist in seinem Arrangements für Orgel solo sehr beliebt. Die Originalbesetzung ist fast in Vergessenheit geraten ist. Eigentlich handelt es sich um einen ein Choralchorsatz als Schlusschoral der Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ BWV 147.

Aber in der Orgelmusik ist vieles improvisiert. Es kann gut passieren, dass man in Gottesdienst oder Konzert ein „Lieblingsstück“ zu hören glaubt. Auf Nachfrage aber kommt vielleicht die überraschende Antwort: „Das habe ich mich gerade ausgedacht.“

Text: Dietmar Hiller und Renske Steen