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Feuchtes Blubbern? – Orgel-Fakt Nr. 6

Welcome back beim Instrument des Jahres: der Orgel! Da wir im Großen Saal selbst ein so wunderschönes Exemplar stehen haben, feiern wir dieses Instrumentenjahr mit monatlichem Faktenwissen. Damit Ihr beim Orgel-Smalltalk so richtig glänzen könnt!


Heute gibt es Orgel-Fakt Nr. 6 oder die Antwort auf die Frage:

Gab es Orgeln bereits im Altertum?

Orgelinstrumente waren schon in der griechischen und römischen Antike bekannt. Das belegen literarische Berichte, Abbildungen, aber auch Reste von originalen Instrumenten.

Der erste namentlich bekannte Orgelbauer war Ktesibios, der um 200 v. Chr. in Alexandria lebte und seine Orgelbautätigkeit mit dem Handwerk eines Barbiers verband. Nach dem einzigen erhaltenen Bericht war das von ihm erbaute Instrument aber so komplex im Aufbau, dass er wohl nicht der alleinige „Erfinder“ der Orgel war, sondern für seine Konstruktion auf Vorleistungen anderer zurückgegriffen haben muss.

Im saarländischen Nennig sind in einer römischen Villa Mosaikbilder erhalten. Sie stellen neben Gladiatorenkämpfern auch einen Hornisten und einen Organisten als Begleitmusik der Waffengänge dar. Aus solchen Bildern und Beschreibungen, aber auch durch die erhaltenen Reste antiker Instrumente kann man sich eine klarere Vorstellung über Größe und technische Möglichkeiten dieser sehr diffizil konstruierten Instrumente machen. Klang und Stimmungsart dagegen sind natürlich nicht mehr rekonstruierbar. Die antike Orgel verfügte bereits über Ton- und Registerschleifen und kannte sowohl offene als auch gedeckte Pfeifenformen.

Die Orgel nannte die Römerinnen und Römer „Hydraulis“, also „Wasserorgel“. Das heißt aber nicht, dass der Ton anstelle durch Luft durch das Wasser gebildet wurde – bei der Vorstellung hört man doch gleich ein lustiges Blubbern anstelle lieblicher Flöten, oder? Nein, der Name spielt darauf an, dass Wasserdruck das Gebläse regulierte. Dafür tauchte man einen unten offenen Behälter in ein Wassergefäß. Pumpen drückten Luft in diesen Behälter, welches das Wasser verdrängte. Durch dieses Prinzip konnte der Luftdruck für die Pfeifen konstant gehalten werden, obwohl die Pumpen keinen gleichmäßigen Luftstrom erzeugten.

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Text: Dietmar Hiller und Renske Steen