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Von Schüsseltrommlern, Flohmarktbummlern und Leseratten

China, Israel, Südkorea, Chile… Die 12 jungen Musiker*innen unserer Stiftung Kurt-Sanderling-Akademie des Konzerthausorchesters kommen aus aller Welt und sind nun für die Saison 2019/20 Teil des Konzerthausorchesters. Wir stellen Euch unsere Akademist*innen vor!

Die „Neuen“

Cellistin Guanlin Chen begann ihr Studium in Berlin und macht inzwischen an der Dresdner Hochschule weiter. Der Lieblingskomponist der modeinteressierten Chinesin ist Robert Schumann. Als Alternativ-Instrument könnte sie sich nur die benachbarte Bratsche vorstellen, denn eigentlich ist sie mit dem Cello wunschlos glücklich.

Yakov Geller ist in Israel aufgewachsen, hat dort und an der Berliner Barenboim-Said-Akademie Bratsche studiert. Sein Instrument hat er erst mit 17 für sich entdeckt, nach vielen Jahren als Geiger. Berlin ist genau seine Stadt, weil er dort für alles die richtigen Ecken findet – für Treffen mit Freunden, seine Sportleidenschaft oder um mit einem Buch im Café zu sitzen.

Als Kind hat Tobias Hegele die Schüsseln in der heimischen Küche zu „America“ aus West Side Story kaputtgetrommelt. Der Schlagwerker stammt vom Bodensee und wuchs mit der dortigen Blasmusiktradition auf. Er studiert an der Eisler und wenn er mal nicht übt, spielt er Fußball, schaut Serien oder frühstückt auf seinem Balkon.

Von Südkorea nach Berlin und Detmold: Da Young Parks Ortswechsel sind durchaus ein Kontrastprogramm. Die Bratschistin liebt Mahler, K-Pop und ihr Zuhause in der Hauptstadt. In ihrer Freizeit ist sie immer auf der Suche nach neuen Cafés und Restaurants oder kocht mit Freunden.

Kontrabassistin Belén Ferrer Thuillier hat klein angefangen – auf der Geige nämlich. Mit 17 bekam sie einen Bass zu Weihnachten. Mit ihm zog sie dann zum Studium nach Madrid. Sie liebt Mahler, Flamenco und Berlin. Lieblingsbeschäftigung an Sonntagen: Flohmarktbummel!

Bratschistin Nanako Tsuji aus Nagoya hat in Tokyo und Detmold studiert. Sie ist großer Brahms-Fan – Lieblingsstellen findet sie im 3. Satz seiner Dritten –  und gern unterwegs, durch Berlin am liebsten im Doppeldeckerbus. Von ihren Reisen bringt sie Schneekugel- Souvenirs mit und hat inzwischen eine ganze Sammlung.

Glücklich in Berlinso könnte man das Leben von Theo J.W. Lee aktuell zusammenfassen. Der Kontrabassist aus Südkorea hat an der Hanns Eisler schon seinen Master gemacht und erkundet begeistert seine Wahlheimat und ihre guten Cafés. Er liebt Mozart, Schumann und ganz besonders Beethovens Pastorale – vielleicht, weil die Bässe beim „Gewitter“ im 4. Satz so richtig loslegen?

Wytske Holtrop hat Cello in Brüssel und Genf studiert und ist gerade erst in Berlin angekommen. Wo sie es bisher überhaupt nicht so stressig findet wie in anderen Großstädten. Sie freut sich, hier „viele tolle Konzerte hören“ zu können – und natürlich darauf, selbst im Konzerthausorchester zu spielen. Und noch ein Ziel hat sie vor Augen: Ihren ersten Halbmarathon.

Die „Alten“

Gänsehautmomente gab es für Flötistin Dominika Hučka gleich mehrere in ihrer ersten Saison an der Akademie: Wenn Mahler auf dem Programm stand und bei Maurice Ravels „Daphnis et Chloë“, wo sie an der Altflöte ein wunderschönes Solo hatte. Sie hat in Salzburg studiert und lebt sehr gern in Berlin. Wenn sie ihre Heimat Serbien vermisst, hört sie slowakische Volksmusik – die findet sie nämlich cooler als die serbische.

Cellist Samuel Olivera freut sich auf seine zweite Saison an der Akademie. Wenn ihm seine chilenische Heimat fehlt, hört er südamerikanische Musik von Victor Jara und Violeta Parra oder fährt Richtung Süden, um in die Berge zu gehen. Vielleicht ein Grund, warum sein Lieblingsprojekt mit dem Konzerthausorchester die „Alpensinfonie“ von Richard Strauss war?

In Danielle González Sánchez’ Kinderzimmer im kubanischen Havanna hing das Bild einer Geige. Das hat ihre Instrumentenwahl inspiriert. Sie verbringt ihre zweite Saison bei uns und schwärmt von Mahler 9 mit Iván Fischer in der letzten. Sie tanzt gern Salsa, und an Berlin gefällt ihr nur eine einzige Sache nicht: Das Wetter!

Die Berlinerin Marijn Seiffert hat in ihrer Heimatstadt studiert und freut sich, noch eine zweite Saison als Akademistin im Konzerthausorchester zu spielen: „Vor allem die Tourneen waren ein besonderes Highlight!“ Den „Neuen“ an der Akademie rät sie, die Zeit einfach voll und ganz zu genießen und ganz viel gemeinsam zu musizieren.

Interviews: Fiona Hamon, Luca Rummel | Text: Annette Zerpner | Fotos: Luisa Aha

Wenn Ihr mehr über unsere Akademist*innen erfahren wollt, schaut doch mal hier vorbei. Am 07.12. spielen sie übrigens um 13.00 Uhr ein Konzert in der Pablo-Neruda-Bibliothek im Rahmen unserer Wanderausstellung vom Virtuellen Konzerthaus!