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Das gewisse Extra

Ihr habt sie bestimmt schon einmal im Konzerthaus entdeckt, ihnen vor dem Konzert eine Frage gestellt oder seid ihnen bei einem Rundgang durchs Haus gefolgt: unsere Ehrenamtlichen – die charmanten Damen und Herren mit den dunkelroten Schals. Dieses Jahr wird unser Ehrenamtsprogramm 15 Jahre alt. Deshalb haben wir uns mit zwei Damen unterhalten, die schon von Anfang an dabei sind.

Gisela Wiebe und Ingelore Zaumseil

Aus Liebe zur klassischen Musik

Frau Zaumseil und Frau Wiebe waren sofort Feuer und Flamme, als sie in der Saison 2003/04 von der Einführung unseres Ehrenamts-Programms erfuhren. Das Ganze war ein deutschlandweites Pilotprojekt im Kulturbereich nach amerikanischem Vorbild – hierzulande kennt man ehrenamtliches Engagement ja vor allem im Sport oder im sozialen Bereich. Anders als zum Beispiel bei Sportvereinen, ersetzen unsere Ehrenamtlichen aber nicht hauptamtliche Stellen, sondern sind bei uns „das gewisse Extra“. Sie übernehmen verschiedenste Aufgaben und ermöglichen uns eine ganze Menge Services, die wir ohne sie gar nicht schaffen könnten:

Sie begrüßen unsere Konzertbesucher, geben Auskunft zum Haus und Programm und stehen für jegliche Fragen gern zur Verfügung. Bei „EinBlick frei“ empfangen sie Euch im Vestibül und führen Euch durch die Digitale Ausstellung. Dort erklären sie unter anderem, wie unsere VR-Brille und die Tablets funktionieren. Auch den „Blick hinter die Kulissen“ machen sie möglich, wenn sie fast täglich bei kostenlosen Rundgängen den Besuchern unser Haus zeigen. Die „Kinderklassikgala“ (Sonderveranstaltung in der Adventszeit für Kinder aus sozial-schwachen Milieus) wäre ohne unsere Ehrenamtlichen überhaupt nicht machbar. Und auch das Publikumsorchester kann dank der beiden engagierten Helferinnen ganz entspannt proben und konzertieren.

Man lernt nie aus

Auch bei den Schulprobenbesuchen sind Frau Zaumseil und Frau Wiebe dabei. Sie gehen in Berliner Schulen und bereiten die Klassen auf den Besuch einer Generalprobe des Konzerthausorchesters vor. Insgesamt kommen sie schon auf fast 80 Schulbesuche und über 100 betreute Generalproben! Frau Wiebe freut sich am meisten, wenn die Kinder im Konzert wiedererkennen, was sie vorab in der Schule gelernt haben. Und wenn die Kinderaugen leuchten:

„Bei der Ankunft im Konzerthaus erlebe ich das Staunen, die Bewunderung und Aufregung der Kinder, die meist zum ersten Mal im Konzerthaus sind. Das ist immer wieder schön!“

Auch sie selbst haben in den letzten 15 Jahren immer wieder Neues gelernt: Nicht nur über die Musik, die Komponisten und unser Haus. Sondern auch darüber, wie man all das Wissen kindgerecht verpackt und spannende Geschichten erzählt.

Durch die inhaltliche Arbeit haben unsere Ehrenamtlichen natürlich auch einen ganz besonderen Bezug zum Haus. Sie kennen das Programm, das Orchester und die Dirigenten, aber auch die kleinen und großen Geschichten rund um unser historisches Gebäude. Das macht sie zu wunderbaren Botschaftern unseres Hauses, die sich freiwillig, motiviert und mit tollen Ideen einbringen. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle ausdrücklich bei allen bedanken.

Zum Schluss fragen wir noch, warum man beim Ehrenamt mitmachen sollte. Da hat Frau Zaumseil eine ganz einfache Antwort:

„Weil es toll ist.“

Über das Programm

Das Ehrenamts-Programm wurde in der Saison 2003/04 von Gabriele Bühler, als gemeinsames deutschlandweites Pilotprojekt mit dem Institut für Kultur- und Medienmanagement der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, gegründet. Sie engagiert sich im Förderverein Zukunft Konzerthaus e.V. und kam 2001 in den USA zum ersten Mal intensiv mit dem Konzept des „Volunteering“ in Kontakt. Gemeinsam mit unserem Kollegen Mattias Richter koordiniert sie die inzwischen über 60 Ehrenamtlichen. Wenn Ihr mehr über unser Ehrenamts-Programm erfahren wollt, findet Ihr hier alle Informationen.

von Luisa Aha

Fotos: Nora Tabel (Kinderklassikgala) und Markus Werner (Publikumsorchester)