Konzerthausorchester, Musikerportrait, Orchesterakademie

Die neuen Akademisten der Saison 2018/2019

In der Stiftung Kurt-Sanderling-Akademie des Konzerthausorchesters bekommen junge Musiker aus aller Welt die Chance, mit dem Konzerthausorchester zu spielen und von den Profis zu lernen. Wir stellen euch die neuen Akademisten der Saison 2018/2019 vor. Lernt acht junge Musiker*innen aus aller Welt kennen und bekommt einen kleinen Einblick in ihr Leben in Berlin. Viel Spaß beim Lesen!

 

Danielle Gonzaléz

Das Gemälde einer Geige an der Wand ihres Kinderzimmers inspirierte unsere Akademistin bei den 2. Violinen, Danielle Gonzaléz, zum Geige spielen. Ursprünglich hatte auch Harfe ihr Interesse geweckt, und heute spielt die 22-Jährige nebenher noch Klavier. Seit sie fünf ist, gehört klassische Musik zu den wichtigsten Bestandteilen ihres Lebens.


An Berlin liebt die gebürtige Kubanerin besonders die kulturelle Vielfalt, aus welcher man wählen kann. Und das Internet sei hier viel besser. Besonders praktisch ist das zum Üben, weil sie so unendlich viele Youtube Videos von Musiker*innen anschauen kann.

 

Sati Jimenez

Einer der ersten Disneyfilme„Aristocats“ hatte wegweisende Einflüsse auf unseren Akademisten Sati Jimenez. Ein bisschen alternativ ist das schon, aber auf der anderen Seite: Welcher Cellist kann schon behaupten, eine graue Cello spielende Jazz Katze inspirierte zur Berufswahl?

Zu seinen Lieblingskünstlern zählt zum Beispiel der amerikanische Musiker Pet Methany, vor allem weil er verschiedene musikalische Stile fusioniert. Deswegen ist Sati auch ein großer Fan von Yo-Yo Ma. Etwas Abwechslung neben klassischer Musik ist trotzdem auch wichtig. Eines seiner schönsten Erlebnisse hier in Berlin war ein Bach-Recital, gespielt von Yo-Yo Ma in der Philharmonie.

 

Marijn Seiffert

Marijn wurde die Leidenschaft für klassische Musik sozusagen in die Wiege gelegt. Mit Barockmusikern als Eltern war für sie auch schon von klein auf klar: Ich möchte ins Orchester! Jetzt studiert die Berlinerin an der Universität der Künste Geige und nimmt für ihr Jahr als Akademistin im Konzerthausorchester ein Urlaubssemester. Das Violinkonzert von Prokofjew faszinierte sie schon als Kind und verstärkte ihren Wunsch die Geige zu ihrem Instrument zu machen. Trotzdem ist Klassik nicht alles und andere Künstler wie Michael Jackson oder alte Jazz Hits sind zu ihren Lieblingen hinzugekommen.

 

Vojislav Veselinov

Mit sieben Jahren fing Vojislav, Akademist bei den Kontrabässen, auf dem traditionellen serbischen Instrument Tamburica an, Musik zu machen. Dieses sieht ein wenig aus wie eine kleine Gitarre und begleitete ihn, bis er mit 13 Jahren zum Kontrabass wechselte. Im Vergleich zu Serbien, sagt der Bachelor Student, werde klassische Musik in Deutschland viel mehr geschätzt und gefördert. So gibt es auch für ihn mehr Möglichkeiten, beruflich Fuß zufassen, als in der Heimat. Trotzdem erinnert er sich sehr gerne an seinen Kontrabass-Lehrer in Serbien, der ihm verdeutlichte, wie viel ihm an Musik und einer Tätigkeit im Orchester liegt.

 

Samuel Olivera Candia

Seit seinem elften Lebensjahr übt Samuel Olivera Candia fleißig Cello. Doch die Entscheidung, diese musikalische Leidenschaft als Profession auszuüben, kam erst Jahre später nach seinem Schulabschluss, als er an einer für ihn sehr intensiven Cello-Werkstattwoche teilnahm. Außerdem ermunterte und inspirierte ihn seine Cello-Lehrerin aus Österreich, Heidi Litschauer. Sie brachte ihm bei, Musik aus verschiedensten Perspektiven zu betrachten. Für die Orchesterakademie des Konzerthausorchesters ist der 24-jährige Chilener nach Berlin gezogen, wo er vor allem die im Vergleich zu den überfüllten südamerikanischen Städten geradezu himmlische Ruhe der Krummen Lanke genießt.

 

Dominicka Hucka

Dominika Hucka – unsere Akademistin bei den Flöten dieses Jahr – hat zwar keine Berlin-Tipps parat, weil sie erst seit August hier lebt, dafür aber umso mehr Salzburg-Tipps auf Lager. Die gebürtige Serbin studierte dort seit 2013 Querflöte am Mozarteum. Ganz besonders ans Herz legen konnte sie uns einen Besuch im Mirabellengarten oder einen Spaziergang entlang der Salzach im Zentrum.

Eigentlich war es ihr Kindheitstraum, Geigerin zu werden. Aber mit neun Jahren war sie für einen Unterrichtsbeginn schon ziemlich alt, weswegen man ihr vorschlug, doch Querflöte zu lernen. Und jetzt möchte sie sich auf keinen Fall mehr von dem Instrument trennen. Genauso gern wie sie Musik macht, liest sie in ihrer Freizeit und das in bis zu drei Sprachen – serbisch, englisch und deutsch. Vor Kurzem ist sogar noch Spanisch hinzugekommen.

 

Xiaoti Guo

Die chinesische Akademistin Xiaoti Guo bekam damals von ihren Großeltern vorgeschrieben, Geige zu spielen. Dabei gefiel ihr das Instrument gar nicht! Viel lieber mochte sie den ruhigen und der menschlichen Stimme so ähnlichen Klang der Bratsche. Also wechselte sie zum etwas größeren Instrument und bekam dann sogar die Möglichkeit, während eines zweijährigen Studiums in Spanien Unterricht bei der berühmten japanischen Bratschistin Nobuko Imai wahrzunehmen. Zurzeit studiert Xiaoti im Master an der Hochschule für Musik, Theater und Tanz in Frankfurt und ist gleichzeitig Akademistin im Konzerthausorchester Berlin. Außerdem reist sie bereits jetzt im Alter von 27 Jahren für Konzerte um die Welt und legt damit den Grundstein für eine vielversprechende Solo-Karriere.

 

Hana Jeong

Ihre Eltern sangen beide im Kirchenchor, aber unsere neue Akademistin Hana Jeong wollte nicht singen, sondern erst einmal Klavier und Flöte spielen. Im Alter  von 14 Jahren fand sie dann Kontrabass gut – und blieb dabei. Im Vergleich zu Deutschland empfindet sie die Menschen in ihrer Heimat Südkorea als sehr ruhelos und ständig beschäftigt. Da passt sie sich lieber dem Lebensstil hier an und zieht sich in ihrer Freizeit gern mal in ein Berliner Café zurück. Hana genießt es, dass in Berlin so viele Menschen aus so vielen Kulturen zusammen leben, und beschäftigt sich gern mit anderen Musikstilen. Aber wenn sie das Heimweh packt,  muss es doch der berühmten Korean Pop, abgekürzt K-Pop, sein:

 

Falls ihr jetzt noch mehr Lust auf unsere Akademist*innen bekommen habt, dann schaut doch einmal hier vorbei – dort findet ihr unsere Akademist*innen vom letzten Jahr und einen Bericht über die Aufnahme in die Akademie.

 

Texte von Jonathan Shallon-Sloane und Josephine Spemann, Fotos von Renske Steen