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8 Fakten über China

In den zehn Tagen der China-Tournee hat das Konzerthausorchester so einige Eigenheiten des Landes kennengelernt. Trotz wirklich guter Vorbereitung erlebte das Orchester vor Ort natürlich trotzdem immer wieder Überraschungen und kleine Abenteuer. Wir haben für euch eine Liste der 8 interessantesten Fakten zusammengestellt, denn die 8 ist in China eine ganz besondere Glückszahl!

 

1. Zahlen, Aberglaube und unendliches Glück

Chinesen sind sehr abergläubisch und die 8 ist ihre absolute Lieblingszahl. Sie sieht nicht nur aus, wie das Symbol für Unendlichkeit, sondern hat auch eine besondere Bedeutung im Buddhismus, der wichtigsten Religion in China. Der edle achtfachte Pfad beispielsweise ist für Buddhisten die Anleitung zum Gewinn der Erlösung. Und so findet man in jedem buddhistischen Tempel etwas, was man machen kann, um glücklich zu werden. Im berühmten Jing’an Tempel mitten in Shanghai ist es das Münzenwerfen in den großen Schrein. Und unsere Klarinettisten Alexandra und Ralf haben es natürlich auch versucht.

 

2. Beim Essen wird nicht nur gegessen!

Beim gemeinsamen Essen spielt sich in China alles ab: von der Partnersuche über Familienfeste bis hin zum Abschluss von wichtigen Geschäften. Dabei würde das Essen selbst doch schon die ungeteilte Aufmerksamkeit verdienen: lecker gefüllte Dumplings Jiaozi, handgemachte la mian Nudeln und natürlich der berühmte Hotpot.

 

3. Die Konzertsäle

Einen beeindruckenden Konzertsaal in der Stadt zu haben, gehört in China zum guten Ton. In den letzten fünfzehn Jahren wurden in allen größeren Städten Veranstaltungszentren gebaut, in denen tausende Chinesen gleichzeitig Konzerte, Theateraufführungen oder Kinofilme besuchen können. Die kleinste Halle im berühmten National Centre for the Performing Arts (NCPA) in Peking hat zum Beispiel Platz für über 1.000 Menschen, die größte Halle für fast 3.000!

 

4. Ein Leben am Handy

Jeder, wirklich jeder hat den ganzen Tag sein Smartphone in der Hand. Denn damit kann man alles machen: Natürlich kommunizieren, aber auch einkaufen, in jedem noch so kleinen Lädchen bezahlen und, ganz wichtig, Fotos machen. So entstanden viele Selfies mit unserem Orchester. Das kleine Alleskönner-Gerät hat in China schon fast den Laptop verdrängt, denn über 80% der Internet-Nutzer besitzt gar keinen richtigen Computer mehr, sonder nur noch ein Smartphone.

 

5. Old meets New

Tradition trifft Moderne, das passt nirgends so gut wie in Shanghai. Neben jahrhundertealten Tempeln und Parks, die inmitten der vielen Hochhäuser fast wie eine Kulisse wirken, gibt es auch eine wunderschöne Altstadt mit Bauten aus der Kolonialzeit. Übrigens steht auch der höchste Wolkenkratzer Chinas in Shanghai: Der 623 Meter hohe Shanghai Tower wurde 2013 fertiggestellt und hat 106 von Mitsubishi designte Aufzüge, die mit sagenhaften 74 km/h zwischen den insgesamt 128 Stockwerken hoch und runter sausen.

 

6. Warten, warten, warten, warten, warten, wa…

Wenn man in China eines braucht, dann Geduld. Vor allem wegen der vielen Sicherheitschecks muss man eigentlich immer irgendwo warten. Egal ob am Bahnhof, in der U-Bahn, am Eingang der Konzerthallen oder vor Sehenswürdigkeiten wie dem Tian’anmen Platz in Peking überall gibt es Gepäck-Scanner und Taschenkontrollen. Ganz wichtig dabei: bloß nicht den Pass vergessen!

 

7. Schon von E-Mopeds gehört?

Der Verkehr in China ist krass. 2010 brachte in Peking eine über 100 km lange Schlange den Verkehr ganze 12 Tage lang zum Erliegen. Dabei sind nicht nur Autos die Übeltäter, mittlerweile werden vor allem kleine Mopeds mit Elektromotor genutzt, die zwar nicht mehr die Luft so schlimm verpesten, aber die Straßen so verstopfen, dass fast kein Durchkommen mehr ist. Miet-Fahrräder boomen daher in den großen Städten genau wie hier: günstig und schnell.

 

8. Das chinesische Publikum

Auch im Konzert geht es in China etwas anders zu als zuhause. Die vielen neuen Säle locken ein vielfältiges Publikum an, das durch das Konzert begleitet wird. So werden zum Beispiel zwischen den einzelnen Sätzen einer Sinfonie Schilder hochgehalten, auf denen steht, dass nicht geklatscht werden soll. Und auch zu intensive Smartphone-Nutzer werden mit einem Laserpointer darauf hingewiesen, dass das ihre Mitmenschen vermutlich stört. Beim Schlussapplaus ist das chinesische Publikum dann ganz ausgelassen und jubelt laut. Eine schöne Belohnung fürs Orchester!

 

 

Wir haben die spannende Zeit auf jeden Fall sehr genossen und freuen uns jetzt schon auf die nächste Tournee!

 

Text: Luisa Aha & Renske Steen

Fotos: Ralf Forster & Luisa Aha