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Es Brahmst! 11 Fakten zu Johannes Brahms

Er stammte aus einfachen Verhältnissen und hat sich durch Talent und harte Arbeit einen Namen gemacht: Johannes Brahms (1833-1897), einer der bedeutendsten Komponisten der Romantik. Wir haben für Euch 11 spannende Fakten über ihn gesammelt!

1. Aller Anfang ist schwer…

Johannes Brahms wurde am 7. Mai 1833 in Hamburg, im sogenannten Gängeviertel geboren, wo „der Abschaum der Hafenstadt brütete“. Sein Geburtshaus stand im Speckgang, der späteren Speckstraße, die auch als „Ehebrechergang“ bekannt war. Seine Kindheit verbrachte Brahms vor allem damit, erste Konzerte in Bordellen, Gaststätten und Tavernen zu geben, um die Familie finanziell zu unterstützen.

„Im Speckgang“_JohannesBrahms

„Im Speckgang“ Deckfarbenmalerei von E. Niese 1891

2. Unter falschem Namen

Seine ersten Kompositionen veröffentlichte Brahms zunächst nicht unter seinem eigenen Namen. Bei einem Hamburger Verlag erschienen seine Werke unter den Pseudonymen Karl Würth und G.W. Marks.

3. Der Perfektionist

„Es ist nicht schwer zu komponieren. Aber es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen.“

An vielen seiner Werke feilte der ehrgeizige Brahms über mehrere Jahre hinweg. Zwischen den Ideen zu seiner ersten Sinfonie und der Uraufführung im November 1876 vergingen zum Beispiel über 14 Jahre! Brahms war ein unbelehrbarer Perfektionist: Viele seiner Jugendwerke vernichtete er im Laufe seines Lebens, da er sie als peinlich und zu simpel empfand.

4. Nicht gut genug…

Im Herbst 1862 machte sich Brahms wütend Richtung Wien auf, nachdem er bei der Dirigentenstelle der Hamburger Singakademie und der Leitung des Philharmonischen Orchesters übergangen worden war. In Wien hingegen wurde der junge Pianist aus dem Norden Deutschlands mit offenen Armen empfangen. Im Jahr 1863 wurde Brahms zum Dirigenten der Wiener Singakademie gewählt – eine Stelle, die er allerdings 1864 gleich wieder aufgab.

5. „Leider nicht von Johannes Brahms“

Johannes Brahms war ein großer Fan des Walzerkönigs Johann Strauß Sohn und beneidete ihn um sein Werk „An der schönen blauen Donau“. Als der Wahlwiener eines Tages Strauß‘ Stieftochter Alice im österreichischen Bad Ischl besuchte, wollte er sich geradewegs auf ihrem „Autographenfächer“ verewigen. Er skizzerte die ersten Takte des Donauwalzers und schrieb: „Leider nicht von Johannes Brahms“.

6. Schon gewusst ?

Mit 20 Jahren  unternahm Brahms mit dem jungen ungarischen Violinisten Eduard Reményi (1828–1898) seine erste große Konzertreise. Auf der Altenburg in Weimar trafen Sie auf Franz Liszt, welcher Brahms sogleich seine neu entstandene Klaviersonate in h-Moll vorspielen wollte. Doch diese neue Form der Programmmusik war Brahms völlig fremd und suspekt. Bis heute hält sich die Legende, dass Brahms beim Vortrag Liszts eingeschlafen sei.

7. Nur Freunde“?

Als Robert Schumann 1856 starb, reiste Brahms sofort nach Düsseldorf, um bei Schumanns Frau Clara zu sein. Bis heute ist nicht klar, welche Art von Beziehung die beiden hatten, aber sie zerstörten eine große Anzahl ihrer Briefe zueinander – möglicherweise hatten sie etwas zu verbergen…

8. Über Nacht berühmt

Robert Schumann war vom jungen Brahms so begeistert, dass er sich gleich daran machte, ihn in dem heute legendären Aufsatz „Neue Bahnen“ in seiner „Neuen Zeitschrift für Musik“ als „Genius“ und „Erleuchteten“ anzupreisen. Damit machte er ihn quasi über Nacht berühmt. Der selbstkritische Brahms, konnte sich mit dieser Formulierung nicht so recht identifizieren und fürchtete, seinem Publikum nicht zu genügen. Denn

„Wenn mir eine hübsche Melodie einfällt,
ist mir das lieber als ein Leopoldsorden.“

9. Der Großzügige

Brahms mag in Armut aufgewachsen sein, doch mit zunehmender Popularität stieg auch sein Wohlstand. Trotz seines Vermögens entschied sich Brahms ein bescheidendes Leben zu führen. Er war bekannt dafür, junge aufstrebende Musiker finanziell zu unterstützen und während seinen Spaziergängen Süßigkeiten an Kinder zu verteilen.

10. Das Raubein

Der junge Johannes Brahms um 1853

Der junge Brahms um 1853

Wer an Brahms denkt, hat sofort das Bild des eigenbrötlerischen Hamburgers mit kritischem Blick und imposantem Vollbart vor sich. Doch der Schein trügt! Brahms wurde in seiner Jugend nicht selten für seine schmächtige Gestalt und hohe Fistelstimme von anderen verhöhnt. Kein Wunder, dass er diese Merkmale mit einem rauschenden Vollbart und schroffen Wesen zu überspielen versuchte. In der Gesellschaft galt er oft als unfreundlich und pflegte beim Abschied zu sagen:

„Sollte ich versehentlich jemanden in diesem Kreise nicht beleidigt haben, bitte ich um Entschuldigung und verspreche: Gewiss beim nächsten Male.“

11. Ein ganzer Sonntag Brahms

Wir haben Brahms am 22. April 2018 einen ganzen Marathon gewidmet. Ein paar Eindrücke sehr ihr hier:

Von Laura Wejda

 

Credits: Wikimedia Commons („Im Speckgang“, Brahms 1853)