Allgemein, Hommage an Slawa Rostropowitsch

„Che tipo!“

Keiner, der es mit dem Cello Ernst meint, kommt am Großmeister vorbei – Mstislaw Rostropowitsch. Auch nicht unsere Cellistin Nerina Mancini. Nerina ist Slawa mehrfach begegnet und hat ihn nicht nur als Solisten, sondern auch als Dirigenten erlebt. Erfahrungen, an die sie sich immer wieder gerne erinnert:

„Che tipo! Was für eine unglaubliche Persönlichkeit! Ich erinnere mich noch gut. Rostropowitsch verbrachte seine Zeit immer mit den Orchestermitgliedern. Am Flughafen saß er bei uns – auch wenn es nur auf seinem Koffer war – und erzählte uns lustige schmutzige Witze. Die Nächte verbrachte er mit den jüngeren Orchestermusikern – bis zum nächsten Morgen. Erst da erfuhren wir, dass er in ein paar Stunden schon wieder im Flieger nach Paris sitzen musste. So offenherzig und lustig er immer war, in den Proben gab es für ihn keine Kompromisse. Er wusste immer genau, was er wollte. Ich erinnere mich auch daran, wie er das Dvořák-Cellokonzert mit Ozawa am Pult beim Tanglewood Festival spielte. Die beiden waren enge Freunde und gingen miteinander um wie ein altes Ehepaar – mit so viel Respekt und Zärtlichkeit. Das war berührend… Ich werde nie den Geruch der Kolophonium-Wolke vergessen, die ihn dann beim Betreten der Bühne umgab. Er spielte so kraftvoll! Und nach dem Konzert hatten wir alle Tränen in den Augen. Er wusste sich beim Spielen immer genau an den richtigen Stellen Zeit zu lassen. Ein wahres Genie!“

 

Alle Infos zu den Konzerten und Veranstaltungen der Hommage gibt es hier: konzerthaus.de/rostropowitsch-hommage

 

aufgezeichnet von Rudi Schmid


 

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