Japan-Tournee, Konzerthausorchester

What’s in my bag?

Musiker und ihr Instrument. Mit keinem anderen Ding verbringen professionelle Musiker mehr Zeit.

Und natürlich: „Ding“ würden vermutlich alle Musiker als regelrechtes Schimpfwort für ihr Instrument empfinden. Denn so ein Instrument hat eine eigene Seele, hat mal einen schlechten Tag, dann wieder einen phänomenal guten (Schade, wenn man genau dann kein Konzert spielen muss.). Es muss gepflegt und gehegt werden – kurzum: Ein Instrument hat Ansprüche!

Der Instrumentenkoffer ist das Zuhause, das für solche Ansprüche immer etwas parat haben muss. Ein bisschen Kolophonium für den Geigenbogen hier, ein ganz besonderer Putzlappen für die Trompetenventile dort, ein kleines Gläschen zum Einweichen der Klarinettenblättchen nicht zu vergessen.

Und dann beherbergt der Instrumentenkoffer auch noch die persönlichen Utensilien des Musikers selbst: Hustenbonbons, Fotos der Liebsten, ein kleiner Talisman am Band.

Gerade auf Reisen wie jetzt der Japan-Tournee werden die Instrumentenkoffer so zum eigenen Stück Heimat.

Zuerst öffnet Szilvia Pápai (Solo-Oboe) ihren Koffer für uns, der natürlich alles bereit hält, was man als Oboistin so braucht. Werkzeug fürs Rohre-Schnitzen, ein Stimmgerät fürs richtige a, einen Lippenpflegestift. Ihre Rohre sind Szilvia übrigens so heilig, dass wir beim Fotografieren nicht mal in die Nähe der schönen Rohrschachtel kommen durften. Aber man kann es auch verstehen bei den vielen Stunden Arbeit, die in so einem perfekten Rohr stecken.

 


Ulrike Petersen (1. Geige) braucht dagegen nicht ganz so viel Werkzeug. Ihr reichen Kolophonium, ein zweiter Bogen, ein Satz Saiten und ein Bleistift. Dafür steckt ihr Koffer voller persönlicher Erinnerungen an die Familie, die sie so bis nach Japan begleiten können.


 

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